Kategorie: Success Story
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Höhere Anlagenerträge, bessere Auftragsplanung

1919 in Imola gegründet, heute mit 80 Produktions-, Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen in 27 Ländern mit rund 4600 Mitarbeitenden präsent – das sind die eindrücklichen Eckwerte der SACMI Gruppe. Im Mutterunternehmen SACMI Imola sind die F&E-Aktivitäten und insbesondere die Formenbauabteilung für den Geschäftsbereich Rigid Packaging Technologies angesiedelt. Prozessautomation und -kontrolle gehören hier zur Philosophie.

Vielfältige Produktewelt

Die über hundertjährige Geschichte der SACMI ist von Erfolgen durchsetzt. Zum einen ist das Unternehmen als Teil der berühmten norditalienischen Fliesen-Region führend in der Konstruktion, Produktion und Entwicklung von Maschinen und kompletten Systemen für die Keramikindustrie, wozu neben Fliesen auch Sanitärapparate und Geschirr gehören. Aber auch die Kronkorken, welche weltweit Millionen von Getränkeflaschen verschliessen, stammen von Maschinen aus dem Hause SACMI. Das Produkt wurde in den 50er Jahren erfunden und führte zu einer Weltmonopolstellung des Unternehmens. Hinzu kamen seit den 2000er Jahren auch Lösungen für die Entwicklung von Kapseln, Behältern und Vorformlingen. Die Kernaktivitäten der Maschinen- und Formenentwicklung von Rigid Packaging Technologies finden am gleichen Standort in Imola statt, dem Herzstück der Forschung und Entwicklung der gesamten SACMI-Gruppe.

Technik für starre Verpackungen

Herr über die 4000 Quadratmeter grosse Formenbauabteilung für den Geschäftsbereich Rigid Packaging Technologies ist Marco Fattorini, seines Zeichens Leiter der Produktion. „Wir beschäftigen hier rund 90 Mitarbeiter und die gleiche Anzahl von Werkzeugmaschinen“, erläutert er. „Wir sind insgesamt 250 Tausend Stunden pro Jahr daran, hochpräzise Bearbeitungen im Mikrometer-Bereich durchzuführen.“ Man ist Lieferant von multinationalen Getränkeherstellern und produziert Maschinen zur Fertigung von Kapseln, Vorformlingen, Behältern, zudem ganze Montagesysteme sowie Vorrichtungen zum Schneiden und Falten von Verschluss-Sicherheitsbändern.

„Unsere Formenbauabteilung führt hier die komplette Bearbeitung durch“, erläutert Marco Fattorini. „Sie reicht vom Innen- und Aussenschleifen über das Hartdrehen, vom Hochgeschwindigkeitsfräsen über die Senk- und Drahterosion bis hin zum manuellen Polieren und Entgraten und zur Vakuum-Wärmebehandlung, einschliesslich Qualitätsmessung und -kontrolle. Bei einigen dieser Prozesse sind EROWA Produkte inzwischen ein wichtiger Partner.“

Die Philosophie der Totalautomation

„Unser Unternehmen hat die gegenwärtigen Signale des Marktes schon früh erkannt und verstanden, entsprechend darauf zu reagieren“, erklärt Marco Fattorini. „Sie weisen in Richtung Digitalisierung und Totalautomation. Wir haben diesen Ansatz zu einem integralen Bestandteil des gesamten Angebots von SACMI gemacht, vom Design bis zum Verkauf und darüber hinaus.“ Die EROWA Fertigungs-Philosophie und Produkte passen daher hervorragend zur SACMI-Strategie, die darauf abzielt, die Qualität des Produkts und die Vielseitigkeit der Maschinen zu verbessern.

„Unsere Fertigungsinseln sind fast 24/7 am Laufen und dank Automatisierung und Kontrolle wird der unbemannte Betrieb ständig ausgebaut“, sagt Marco Fattorini. Dabei sind die automatisierten Prozesse Teil eines übergeordneten Smart-Factory-Gedankens.

„Die Smart Factory ist bei SACMI bereits Realität, in einem Markt, der sich in ständiger Entwicklung befindet. Intelligente und vernetzte Prozesse bedeuten für uns auch, dass sich neue Produkte in kürzester Zeit entwickeln lassen und dem Kunden zudem die beste Qualität zu garantieren. Ein Beispiel dafür sind die so genannten Tethered Caps. Diese Verschlusskappen müssen nach einer EU-Vorgabe in Zukunft auch nach dem Öffnen fest mit der Getränkeflasche verbunden bleiben, um zu verhindern, dass sie in die Umwelt gelangen. Wir liefern, was es dafür braucht, um unseren Kunden die technologische Umstellung zu erleichtern.“

EROWA hält Einzug

Die EROWA-Technologie hielt um das Jahr 2000 Einzug in das Unternehmen, zunächst mit mechanischen Spannvorrichtungen. 2017 folgte ein EROWA Robot Compact 80 an einer GFAC Laser-Maschine. Schliesslich erfolgte dann 2019 die Installation der linearen Lösung EROWA Robot Dynamic 150L, welcher drei Mitsubishi EA8 Senkerodiermaschinen versorgt.

„Das war ein entscheidender Schritt“, zeigt sich Marco Fattorini überzeugt. „Denn neben der überlegenen Qualität und Vielseitigkeit der Lösung, welche es uns ermöglicht, die garantierten Toleranzen weiter zu reduzieren, besticht das System durch Skalierbarkeit und Modularität.“ Die lineare Robot Dynamic-Plattform zeichnet sich nämlich durch die Möglichkeit aus, im Laufe der Zeit weitere Bearbeitungsmaschinen in die bestehende Fertigungszelle zu integrieren. „Und genau das haben wir bereits geplant. Bald wird eine vierte Senkerodiermaschine integriert!“

Darüber hinaus wurde im Juni 2020 ein EROWA Robot Compact 80 in die Abteilung integriert, in diesem Fall kombiniert mit einer Röders-Hochgeschwindigkeitsfräs-Zelle. Auch hier soll mittelfristig die Magazinkapazität und damit die Leistungsfähigkeit der Zelle ausgebaut werden.

„Die EROWA-Technologie hat entscheidend zur Strategie von SACMI beigetragen, die Produktqualität und die Vielseitigkeit der Maschinen zu erhöhen, indem sie es ermöglicht hat, Fertigungsinseln zu konzipieren, die rund um die Uhr laufen, auch wenn kein Bediener anwesend ist“, betont der Abteilungsleiter.

JMS 4.0 als Dreh- und Angelpunkt

Seit Jahren ist jedes Teil, das die Formenbauabteilung von SACMI Imola verlässt, mit einem Zahlen- und QR-Code versehen, der wesentliche Informationen über die Bearbeitung liefert (Fertigungswerk, Auftragsnummer, Änderungsstand, Teilenummer usw.). Auch unter dem Gesichtspunkt der Qualität und der vollständigen Rückverfolgbarkeit ist EROWA mit dem Prozessleitsystem JMS 4.0 ein wertvoller Partner.

Das System wird sowohl beim Senkerodieren als auch an der Fräsinsel eingesetzt. „Die Steigerung der Anlagenerträge und eine Verbesserung der Auftragsplanung durch die Integration in das ERP System des Unternehmens gehören zu den Hauptvorteilen“, erläutert Marco Fattorini.

„Die Bediener erhalten über das JMS 4.0-Panel alle relevanten Prozessparameter. Die Software ermöglicht uns, die verschiedenen Prozesse sehr effizient zu planen und in allen Phasen zu optimieren. Darüber hinaus gibt das System wertvolle Informationen über die Lebensdauer der verwendeten Betriebsmittel, vom Werkzeug bis zur Elektrode zurück. Dies ist ein grundlegender Aspekt bei der Arbeit mit Toleranzen im tausendstel Millimeter Bereich, bei denen kritische Probleme und Abweichungen im Prozess im Voraus identifiziert werden müssen.“

Das Ergebnis ist, dass die Abteilung seit Jahren eine Fehlerquote von unter 1% und eine konstante Steigerung der Leistungskennzahlen vorweisen kann.

Effizient in die Zukunft

Marco Fattorini meint zufrieden: „SACMI hat seine laufenden Ziele erreicht. Die Effizienz über den gesamten Fertigungsprozess ist stark verbessert worden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von OEE (Overall Equipment Effectiveness). Diese messbare Grösse setzt sich aus den Leistungskennzahlen unserer Anlagen in Bezug auf Vielseitigkeit, Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Reduzierung von Fehlerquellen zusammen. Auch diese Angabe wird im Dashboard des EROWA JMS 4.0 Leitsystems angezeigt.“

„Diese Ergebnisse stimmen genau mit dem Geist der intelligenten Fertigung überein. Dies ist ein Prozess, der natürlich noch andauert und in dem sich das Unternehmen in den nächsten Jahren kontinuierlich engagieren wird.“

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